Florencia Palacios: In der Basketball-Welt zu Hause


Florencia Palacios: In der Basketball-Welt zu Hause

BTV-Zugang Florencia Palacios hat schon in neun Ländern gespielt.

Wuppertal. Sportlich gesehen kann man Florencia Palacios mit Fug und Recht einen Globetrotter nennen. Im argentinischen Buenos Aires geboren, bekam sie mit 17 die Möglichkeit, in Italien professionell Basketball zu spielen, wurde in der Nähe von Neapel, wo ihre Ur-Großmutter lebt, heimisch, spielte aber danach noch in nicht weniger als sieben verschiedenen Ländern. „USA, Chile, Spanien, Luxemburg, Dänemark und Frankreich“, zählt die 31-Jährige auf und versichert lächelnd: „Ich mag es, neue Länder und die Art, dort Basketball zu spielen, kennenzulernen.“

Seit vergangenen Donnerstag lernt sie Wuppertal kennen, speziell Barmen, und soll helfen, den Barmer TV in der zweiten Liga zu halten. Bis Weihnachten spielte die 1,81 Meter große, erfahrene und schussstarke Flügelspielerin noch in Frankreich, wurde dann von Erstligist Chemnitz nach Deutschland geholt, nach nur einer Partie aber wieder heimgeschickt. „Sie brauchten mich nicht mehr, weil die Trainerin selbst wieder spielte“, erzählt sie, saß wenige Stunden später wieder im Flugzeug Richtung Deutschland. Der Barmer TV hatte angefragt, suchte nach dem gescheiterten Experiment mit US-Girl Kiera Gaines eine neue Verstärkung bis zum Saisonende im März.

Jetzt sitzt Felicia Palacios in der Küche der kleinen Altbauwohnung in der Münzstraße, direkt neben der von Trainerin Lilia Rachmakow und strahlt so, als ob sie momentan nirgendwo lieber wäre. „Alle sind so freundlich zu mir, die Stadt ist schön und das deutsche Essen mag ich auch“, versichert sie. Nur sehr kalt sei es hier – fast so wie einst in Dänemark.

Mit ihren Mitspielerinnen ist sie schon warm geworden und überzeugt, dass man sich auch auf dem Feld von Woche zu Woche besser verstehen werde. Trainerin Lilia Rachmakow hat ihr die Centerrolle zugedacht. Dass sie aber auch ein gutes Wurfhändchen von außen hat, deutete sie im Training und in ihrem ersten Spiel am vergangenen Samstag gegen Göttingen bereits an.

„Es war knapp, und das gegen den Tabellenführer, ich hoffe am Sonntag gewinnen wir“, sagt Palacios und freut sich schon auf die Partie bei den GiroLive Panthers Osnabrück am Sonntag. Das wird nicht einfacher. „Sie sind aber nicht unschlagbar, macht BTV-Trainerin Rachmakow ihren Spielerinnen Mut.

Florencia Palacios will dabei helfen – egal auf welcher Position. „Ich spiele da, wo die Trainerin mich hinstellt“, sagt sie im Stile eines geschulten Fußballprofis, wirkt dabei aber umwerfend natürlich. Wenn möglich will sie noch viele Jahre Basketballspielen, im Sommer aber erst einmal in Italien ihren Freund heiraten und sich mit ihm den Kinderwunsch erfüllen. Der ist Basketballtrainer und hat sie zu vielen seiner Stationen mitgenommen. Derzeit trainiert er ein schwedisches Team. Dieses Land fehlt Florencia Palacios zwar noch, aber jetzt ist sie mit ganzem Herzen Barmerin.